Alter:7 Jahre
Geschlecht: Stute
Rasse:Halbblut
Haltung: Offenstallhaltung im Herdenverband
Problem
Abadan wurde bisher noch überhaupt nicht gearbeitet. Als Absetzter hat sie einige schlechte Erfahrungen mit dem Anbinden gemacht. Der Züchter hat sie ohne Vorbereitung angebunden. Sie hat damals den Strick durchgerissen. Seit dem lässt sie sich nicht anbinden. Sie hat eine sehr hohe Kopfhaltung und reagiert auf jeglichen Druck am Strick mit Steigen und zurück laufen. Allgemein scheint sie an jeglicher Arbeit desinteressiert zu sein. Sie verweigert sich jeglichem Kontakt zu Menschen der etwas mit arbeiten zu tun haben könnte.
Ziel
Abadan soll nach Möglichkeit eingeritten werden. Der Besitzerin ist es nicht so ganz wichtig. Sie ist sich überhaupt nicht sicher ob Abadan überhaupt ein Reitpferd werden kann, da sie auf jegliche Forderungen oder Druck panisch reagiert.
Auf jeden Fall soll etwas mit ihr getan werden.
Das erste Arbeiten
Als ich mir das erste Mal Abadan anschaute, war sie sehr aufgeregt. Bei jedem Geräusch musste sie sich dorthin umdrehen und schauen woher das Geräusch herkam.
Ihre Kopfhaltung war sehr hoch.
Das Befestigen der Kette und das Berühren mit der Gerte war kein Problem.
Berührungen ließ Abadan aber kaum zu. Die Hals- und Nackenpartie war hatte einen sehr festen Muskeltonus. Bis zu den Schultern ließ sich mit TTouches in der bis zu der Druckstärke 3 berühren. Ab den Schultern wich sie jeder Berührungen durch Rückwärtslaufen aus.
Bei der Bodenarbeit war sie immer mit anderen Sachen beschäftigt als damit, sich auf die Hindernisse zu konzentrieren.
Vorläufiges Fazit
Abadan wirkte auch auf mich sehr desinteressiert. Mein vorläufiges Ziel mir ihr versuche ich möglichst niedrig zu halten. Zunächst will ich ihr Spaß an der Arbeit mit Menschen vermitteln und versuchen an ihre hohen Kopfhaltung zu arbeiten. Diese scheint maßgeblich für ihre Lernverweigerung verantwortlich zu sein.
Das zweite Arbeiten
Abadan war auch dieses mal unruhig, konnte aber besser auf mich achten. Bei der Bodenarbeit konnte sie sich besser konzentrieren. Ich arbeite sehr langsam mit ihr. Zeigte ihr immer wieder die Stangen und wollte das sie langsam und gezielt läuft. Ich ließ sie immer wieder anhalten und versuchte mit einem leichten zupfen an der Kette ihr zu zeigen das sie den Kopf senken sollte. Am Anfang riss sie immer wieder den Kopf hoch. Sobald sie nur die Tendenz des Kopfsenkens zeigte, schob ich ihr Futter ins Maul.
Beim TTouchen zeigte sie wieder die gleichen Reaktionen wie beim ersten mal. Ich arbeitete mich mit langsamen, leichten Waschbären von der Halsbasis Richtung Bauch. Ab dem Augenblick in den sie wieder loslaufen wollte, ließ ich meine Hand einfach auf ihrem Körper liegen und atmete. Nach ein Rückwärtsschritten blieb sie stehen und ließ einige TTouches zu. Bei einem neuen Ansatz zeigte sie wieder das gleiche Verhalten.
Ich machte einige TTouches an der Maulpartie. Insbesondere das Arbeiten an ihren Nüstern gefiel ihr. Sie begann zu atmen, den Kopf zu senken und die Augen zu schließen.
Ich hörte auf. Sie sollte das gute Erlebnis in Erinnerung behalten. Nachdem ich sie aus dem Halfter befreit hatte, „dackelte“ sie mir wie ein Hund hinterher und wollte mehr.
Die Besitzerin war völlig begeistert. In einem so entspannten und zufriedenen Haltung hätte sie ihr Pferd selten gesehen.
Das dritte Arbeiten
Aba ist ruhig und lässt sich von Anfang an überall berühren. Die Bodenarbeit im Elefanten und Dingo klappt sehr gut. Sobald ich aber einen Abstand zwischen uns haben möchte, blockiert sie und läuft gar nicht mehr. Sie reißt aber immer wieder den Kopf hoch und schaut in die Ferne. Auch dabei gehe ich ähnlich vor, wie beim Berühren. Immer wider zupfe ich an der Leine und warte das sie den Kopf senkt. Dann lobe ich sie. Nach etwa 15.Minuten hat sie verstanden was sie soll. Der Kopf schießt zwar immer wider nach oben, sobald sie aber stehen soll, senkt sie den Kopf.
Die Besitzerin, meint ihr Pferd kaum noch wieder zuerkennen.
Das vierte Arbeiten
Heute möchte ich die Besitzerin mit die Arbeit integrieren. Ich erkläre und zeige ihr die Brieftaube. Mit dieser Position können wir beide einen guten Abstand zu Abahalten. Sie beginnt immer mehr, auch beim laufen den Kopf zu senken. Mittlerweile scheint sie Spaß an der Arbeit und dem Lernen entwickelt zu haben.
Zum ersten mal versuche ich mit Abadas Anbinden zu üben. Es ist überhaupt kein Problem Abamit dem „Tiger zähmen“ anzubinden. Es scheint total normal für sie zu sein. Die Besitzerin will diese Übung jetzt öfter mit ihr machen.
Das fünfte Arbeiten
Das Problem mit dem Kopf hoch reißen scheint sich fast aufgelöst zu haben. Sie zeigte immer wieder die Tendenz dorthin, senkt ihn aber immer wieder. Gemeinsam mit der Besitzerin führe ich das Fahren vom Boden ein. Alles klappt gut.
Beim Verlassen des Reitplatzes verweigert Abasich aber plötzlich. Sie will ihn nicht mehr verlassen. Ich bin völlig ratlos. Einerseits schön das sie die Arbeit mit mir gut findet, andererseits hilft nichts mehr um sie zum raus gehen zu bewegen. Auf jeglichen Druck an der Kette oder ein Signal mit der Gerte reagiert sie mit Steigen, Kopf hochreißen und zurück laufen. Langsam lässt sie sich mit Futter ohne jegliche Signale aus dem Platz locken (nach etwa einer halben Stunde)
Das sechste Arbeiten
Es scheint alles bei Aba„kaputt“ zu sein. Jegliche Signal an der Kette werden nur noch mit Kopf hochreißen, Steigen und zurücklaufen beantwortet. Nach ein paar Versuchen läuft sie wieder ein paar kleine Schritte. Beim Verlassen des Reitplatzes zeigt sie wider die gleiche Reaktion. Jeglichen Druck findet sie einfach nur „doof“.
Das siebte Arbeiten
Die Arbeit auf dem Reitplatz funktioniert wieder. Ich kann weiter mit dem Fahren vom Boden machen. Es macht ihr Spaß. Sie lernt schnell und ist sehr fein. Beim Verlassen des Platzes scheint aber immer noch irgendetwas kaputt zu sein. Bei mir stellte sich immer mehr Ratlosigkeit und innerer Druck ein. Bei jedem Arbeiten schauten etwa 6 Menschen zu die es mir durch ihre Anwesenheit nicht leichter machten.
Trotzdem bemühte ich mich dieses mal um Ruhe. Ich stellte mit Abaals ein ruhiges Pferd vor, welches gleich selbstverständlich den Reitplatz verlassen würde. Nach etwa 15 Minuten klappte es. Es war ähnlich wie bei den Themen „Kopf senken“ und „Berühren lassen“. Immer wieder führte ich sie im Dingo Richtung Ausgang. Ich bemühte mich um meine eignen Atmung und darum nicht mehr die anderen Menschen und ihr denken im Kopf zu halten. Ab dem Augenblick in dem ich genau das schaffte und nur noch wir beide da waren, funktionierte es. Ich ließ nicht locker. Ich blieb ruhig aber auch unmissverständlich.
Weitere Arbeit
Ab diesem Augenblick erschien mir dieses Pferd wie umgekrempelt. Sie lief fast ausschließlich mit gesenktem Kopf, und war sehr eifrig. Das Fahren vom Boden und auch das Verlassen des Reitplatzes waren kein Problem mehr.
