FG Pferd Aron, steht nicht still (von Doris Zabrocki, TTEAM-Practitioner und IPZV Trainer C)
Vorgeschichte
Im September 2007 bekam ich Aron in Beritt und kaufte ihn dann im Dezember. Er war von Anfang an recht offen und unerschrocken. Manchmal spielte er sich etwas auf und wollte jungpferdetypisch seine Kräfte mit mir oder auch dem einen oder anderen Hengst (über den Zaun) messen. Hin und wieder regte er sich in für ihn unbekannten Situationen jedoch ziemlich auf. Das Arbeiten mit ihm war aber insgesamt harmonisch und er zeigte sich sehr lernwillig. Im April 2008 zog ich mit Aron von Hamburg nach Rosenheim. Der Umzug machte ihm viel Stress, hinzu kam noch, dass er seitdem immer wieder starke Wachstumsschübe hat. Aron war am Anbinder sehr zappelig, konnte überhaupt nicht stillstehen, scharrte oder biss in den Strick. Wenn er sich besonders aufgeregt hatte (z.B. wenn seine Herde auf der Wiese war und er in den Stall geholt wurde), versuchte er immer wieder zu steigen.
TTEAM-Arbeit
Die Arbeit mit Aron erstreckt sich über einen langen Zeitraum. Bereits nachdem ich ihn gekauft hatte, habe ich verschiedene Führübungen mit ihm gemacht und auch immer wieder im Labyrinth oder mit Stangen gearbeitet. Nach unserem Umzug hatte ich dann zeitlich mehr Möglichkeiten, mit ihm zu arbeiten. Im Mai habe ich zunächst mit verschiedenen Führpositionen begonnen, um mit ihm seine neue Umgebung zu erkunden. Wir übten zunächst in der Halle, dann auf dem Hof und später im Gelände. Vor allem von rechts tat er sich recht schwer, obwohl das in Hamburg noch recht gut geklappt hatte. Es zeigte sich, dass Aron sich im Eleganten Elefanten deutlich besser fühlte, wenn er unsicher war und der Gepard in besser beruhigte, wenn er losstürmen wollte. Ich versuchte es außerdem mit einer Körperbandage, die er aber nur an der Brust und in der Gurtlage akzeptierte. Außerdem übte ich das Kopfsenken, was immer besser klappte. Beim Anbinden zeigte sich das Abstreichen mit der Gerte als hilfreich. Sobald man jedoch damit aufhörte, fing er wieder an zu zappeln. Da er die Beine immer noch nicht ruhig halten konnte, versuchte ich im Juni zusätzlich schnelle Pythons an den Beinen, danach stand er kurze Zeit still. Einen ähnlichen Effekt konnte ich mit Beinkreisen erreichen. So konnten wir auch den anstehenden Beschlag relativ gut meistern. Im Laufe des Sommers versuchte ich noch verschiedene TTouches, um während und nach den Wachstumsschüben sein Körpergefühl wieder zu verbessern. Vor allem Schweif- und Maularbeit und das Lecken der Kuhzunge schienen ihm gut zu tun. Im Laufe der Zeit wurde das Stehen am Anbinder immer besser. Im September habe ich dann noch mal versucht, eine Körperbandage anzulegen und es war kein Problem mehr, sie auch um die Hinterhand zu legen. Ich machte verschiedene Führübungen und ließ Aron danach noch eine zeitlang am Anbinder stehen, wo er ruhig stand. Nach dem Abnehmen der Köperbandage wurde er wieder etwas unruhiger. Am folgenden Tag entlastete Aron erstmals am Anbinder einen Hinterhuf und stand sichtlich entspannt.
Ergebnis
Dieser Effekt hält bis heute an, es gibt immer wieder Tag, an denen er wirklich entspannt angebunden steht. Ende September hat er sich dann auch zum ersten mal nicht nennenswert aufgeregt, als seine Herde ohne ihn auf die Wiese getrieben wurde. Die Tage, an denen er mit dem Anbinden Stress hat, werden immer weniger.
Doris Zabrocki
