Artikel von Linda Tellington-Jones, PhD (Hon)
Stell dir ein scheuendes Pferd vor
Eine flatternde Plastiktüte, und das Pferd springt rückwärts, wehrt sich gegen die straffgezogene Führleine, oder am Anhänger, wenn sich ein Pferd angstvoll nähert: Automatisch schießt der Kopf des Pferdes in die Höhe.
Den Kopf zu heben ist nicht nur die gewählte Entscheidung zu dieser Bewegung. Das kann man sich fast vorstellen wie einen Schalter, der für die Adrenalinproduktion und das gesamte Nervensystem die Bedeutung hat "In einen höheren Gang schalten, bereithalten für Flucht oder Kampf!" Die Atmung wird beschleunigt, die Flanken heben und senken sich, und die Nüstern blähen sich. So lange das Pferd den Kopf hoch trägt, bleibt der Schalter auf "an". Die Muskulatur bleibt angespannt, Adrenalin wird weiterhin ins Blut gepumpt, und das Pferd ist auf einem chemischen "Countdown" für einen Ausbruch.
Für die Tellington Methode war es eine wichtige Entdeckung, dass dieses rote Alarm-Bereitschafts-Signal ausgeht und sich die Atmung normalisiert, sobald ein Pferd den Kopf senkt. Tatsächlich ändert sich vom allerersten Moment an, in dem ein Pferd den Kopf runterbringt, seine Grundhaltung vollständig. Wo Widerstand und Anspannung war, ist plötzlich Gelassenheit und eine völlig neue Vertrauensebene. Mit gesenktem Kopf ist das Pferd bereit, den Menschen als Führungsperson anzuerkennen, und zwar ohne Angst oder Feindseligkeit.
Ich freue mich immer auf den Moment bei meinen Demonstrationen, wenn das Pferd endlich den Kopf senkt. Ich kann fast einen Seufzer der Erleichterung bei dem Pferd hören, wenn ich es anschaue. Das ist der Moment des gegenseitigen Vertrauens, an dem ich mit der eigentlichen Arbeit beginnen kann.
Das Senken des Kopfes ist oft ein erster Schritt
Dieser erste Schritt hilft sowohl Ängste zu bewältigen, die mit der äußeren Welt im Zusammenhang stehen, als auch Ängste, die von Anspannung oder Schmerz stammen. Ich habe die Erfahrung gemacht, dass das, was oft "Widersätzlichkeit" genannt wird, tatsächlich eine Reaktion eines Tieres auf Schmerz ist: Fälle von einem angespannten Genick wegen einer erzwungenen Kopfhaltung, angespannte Muskulatur wegen Überforderung durch das Reitergewicht - solche Pferde halten ihre Köpfe oft hoch als Teil der Spannungs-Reaktion.
Das Senken des Kopfes und der damit verbundene Zuwachs an vertrauen macht es auch leichter, über den TTouch Information über den KÖrper zu erhalten, jene Stellen und Bereiche zu finden, die das Unbehagen, die Anspannung tragen- das Thema das eigentlich hinter dem Verhaltensproblem liegt.
Wir haben entdeckt, dass ein Senken des Kopfes Spannung und Ängste löst und eine Änderung der Einstellung bewirkt, und das nicht nur bei Pferden sondern bei vielen Wesen. Denken Sie an einen nervösen Hund mit hoher Kopfhaltung, der knurrt, an eine Katze die einen Buckel macht und den Kopf dabei einzieht. Um das auf der körperlichen Ebene zu verstehen, können Sie den Kopf in den Nacken nehmen, ihn "hochhalten" und dann lassen sie ihn nach vorne sinken. Man kann gut nachvollziehen, was das bewirkt, oder?
Die Angst beim Pferd und unterschiedliche Reaktionsformen auf die Angst
Biofeedback Untersuchungen
Über Gehirnwellenmessungen wurden Pferde während der Tellington Arbeit beobachtet. Die Ergebnisse zeigen, dass, wenn ein Pferd den Kopf in einer entspannten Lage trägt, es eher den "denkenden" Anteil seiner Gehirnwellen aktiviert, als den instinktiven, reaktiven Anteil. Um diese potentiell gefährlichen Reaktionsmuster zu überwinden, muss man schlichtweg das Pferd dazu kriegen, dass es auf Anfrage seinen Kopf senkt.
Ein junges Pferd oder ein Pferd das Korrektur-geritten wird, kann, wenn es auf diese Signale der Führleine in der Bodenarbeit reagiert, lernen, auf kleine sanfte Zügelhilfen zu hören.
Erstarren
Während Flucht- oder Kampf-reflex als Angstreaktion erkannt werden, wird das Erstarren im Allgemeinen nicht so wahrgenommen. Wenn ein Pferd etwas in Distanz sieht, kommt der Kopf hoch, das Pferd erstarrt, und oft tut der Mensch das Gleiche. (Die darauf folgende Reaktion ist oft Flucht ) Eine chemische Reaktion im Gehirn des Pferdes bewirkt, dass das Pferd erstarrt und die Synapsen keine Information mehr weitergeben. Wenn wir in dieser Situation die Hals-Unterseite mit der Gerte abstreichen, helfen wir, dieSynapsen wieder zu aktivieren, und das Pferd hat eine Tendenz den Kopf zu senken. Das hilft wiederum uns Menschen zu atmen und zu denken statt in einer Schreckreaktion zu bleiben.
Ähnliche Reaktionen des Erstarrens werden oft von Menschen als Sturheit interpretiert. Das passiert zum Beispie wenn ein Pferd zum ersten Mal gesattelt wird, oder das erste Mal ein/e Reiter/in aufsitzt. Das Pferd steht dann "wie angewurzelt". In dem Fall hält das Pferd wahrscheinlich den Atem an. Falls der Reiter nun vom Pferrd fordert, dass es geht, eventuell mit anwachsendem Druck, ist das Pferd ab durch die Mitte, oder buckelt über den Platz. Solche Pferde nennt man oft willensstark, stur, unkooperativ. Oder sieht das eben als notwendig für ein Jungpferd.
Das Buch von Gordon Stokes u.a.: One Brain: Leichter lernen durch Gehirnintegration, über ein Problem mit der Bezeichnung “Dyslexie” erklärt viel darüber, wie Erwachsene ihre Lernfähigkeiten erweitern können.
in diesem Buch wird bschrieben, dass immer dann, wenn wir etwas neues lernen solen und das Gefühl haben, wir stünden vor einer Wand, dass das eine Form von Dyslexie ist. Immer wenn in einem Lernprozeß Schmerz oder Angst beteiligt sind, kommt es zur Ausschüttung eines Hormons ( ACTH). Dieses bewirkt, dass das Gehirn eher Zugang hat zu reaktiven, reflexhaften Bereichen als zu denkendem Bereich. Wir sind möglicherweise in der Lage die Aufgabe einmal auszuführen, können sie aber ein anderes Mal nciht abrufen.
Das zu wissen, half mir als Lehrerin, das Verhalten von Tieren und Menschen besser zu verstehen. Viele Pferdehalter/innen sagen, dass ihr Pferd stur ist, weil es eine bestimmte Aufgabe, die es schon ausgeführt hatte, plötzlich nicht machen will. Wenn ein Pferd eine Aufgabe gelöst hat, aber nicht in der Lage ist, den Transfer zu einem anderen Reiter oder einer anderen Situation zu machen, dann hat vermutlich wahres Lernen noch nicht stattgefunden (Erlerntes auf verschiedene Situationen anzuwenden). Das Pferd ist vermutlich in eine Situation gebracht worden, etwas zu tun, ohne zu denken oder ohne wirklch wahrzunehmen, wie das ging. Ein/e gute/r Trainer/in kann es aussehen lassen als hätte das Pferd etwas verstanden, da er oder sie über ein gutes Timing vefügt. Ein Unterschied zwischen der Tellington Metode und anderen Ausbildungsmethoden ist das Interesse, beide, Mensch und Tier denkend lernen zu lassen, und nicht reaktiv.
Wenn ein ReitlehrerIn, z.B., seinen SchülerIn lieber ständig anschreit, statt Wege zu finden, um ihm/ihr klarzumachen, was die Lernziele sind, dann ist Lernen sehr schwierig, und die Situation für Schüler und Lehrer gleichermaßen frustierend. Das Gehirn des Schülers ist nicht in der Lage zu lernen, weil das Hormon ACTH (oft auch bezeichnet als "Stresshormon")ausgeschüttet wird.
Die Angstreaktionen können überwunden werden, wenn man das Pferd dazu bringt den Kopf zu senken, normal zu atmen und es mit der Gerte berühren zu dürfen, um dem Pferd seinen Körper bewusst zu machen. Wenn das Pferd sich dann konzentriert und nachdenkt, bringen wir ihm bei, sich auf ein Signal hin vorwärts zu bewegen, und wir benutzen dabei eine Vielzahl von Führpositionen and various patterns of poles in a Confidence Course.
Es gibt einen vierten Reflex, der oft nicht berücksichtig wird. Wenn ein Pferd in eine Situation gerät, in der es weder lernen kann, noch mit Flucht, Kampf oder "Einfrieren" reagieren kann, dann wird des ohnmächtig. Es geht wirklich nichts mehr, und das Pferd collabiert.
Kopf senken - drei Schritte
The first step in changing these habitual instinctive responses is to teach the horse to lower her head on cue. Without fear, force or mechanical devices, the horse learns to lower her head and overcome the instincts of flight, fight, freeze or faint. .
There are three TTEAM steps for getting the horses' head down and it is important that the horse respond to each step.
It is important also to use the tools of the TTEAM work. To teach a horse to lower her head, we use a 6' nylon lead with 30' chain (or a specially-made soft rope lead) on the halter and a 4' stiff dressage whip that we call a wand because it has such magical effects. We use precision and subtle communication rather than strength or force.
Der erste Schritt
Normalerweise ist das -ohne Druck zu machen- der effektivste Weg ein Pferd dazu zu bekommen dass es den Kopf senkt .
Beginne in der Führposition "Anmut des Geparden". Halte Gerte und das Ende der Führleine in der rechten Hand. Die linke Hand gleitet etwa einen halben Meter aufwärts Richtung Pferdekopf. Um das Pferd auf die Gerte vorzubereiten streiche es auf der Halsunterseite ab und verlängere deise Linie des Abstreichens über Brust und Beine bis an die Hufe.

Once the horse is comfortable with this stroking, make sure you are well-balanced on the balls of your feet and squat down about 3' in front of her nose. In the case of a stallion or very nervous horse, you should start to the side/front the horse's head rather than directly in front of the horse's nose. If you don't feel balanced or agile in this position, merely bend at the waist so your upper torso is lower than the horse's head.

Once you are balanced, stroke the lower neck, chest and legs again with the wand and put a steady pressure on the lead with your thumb and forefinger. Do not close your fist around the line because this creates tension and limits flexibility and subtely. Hold this pressure for several seconds as you continue to stroke with the wand. Then slowly allow the line to slip through your fingers in a release. Repeat this "stroke/pressure/give" signal a few times until the horse lowers her head. Reward any giving of the head by the horse. She is learning to lower her head whenever she feels the light pressure on the chain. She has now started to learn to lower her head from a cue.
It is important NOT to threaten the horse with force during this process. Do not try to pull the horse's head down. Think of your posture as simply inviting him to try a lower position. Horses easily learn to mirror our body posture and body language. Take advantage of this tendency to show them a neutral, comfortable stance. You also might check your breathing pattern. Often several deep breaths on your part will trigger the same in the horse and help him to learn the exercise. Be sure to have the horse in your peripheral vision. Looking straight in the eye is more threatening.
When we first used this method of lowering the head we did so without the help of the wand to stroke the horse. Since using the wand we have found that most horses respond more quickly and high-headed horses, who will often lose their balance and step forward when asked to lower their head, are able to lower their heads and stay in balance without stepping forward.
Der zweite Schritt
Aus dieser gebückten Haltung nimm nun deine Gerte zur Seite und lege deine linke Hand auf das Nasenband des Halfters. Lege die gekrümmten Finger aneinander auf die obere Kante des Nasenbandes.
Lass die rechte Hand leicht an der Führleine. Richte dich langsam auf in eine stehende Position wobei der Pferdekopf in der tieferen Haltung verharren soll.
Wenn du das ein paarmal geübt hast kannst du den Kopf auch mit dieser Handposition senken ohne dich zu bücken.
Beachte: Lasse deine Finger entspannt und schließe sie nciht als Faust um das Nasenband. Diese beiden Schirtte sind auch besonders hilfreich für Pferde, die am Anbinder rückwärts ziehen.
Dritter Schritt
The third step in lowering the horse's head is also used during TTEAM body work to help reduce neck tension. Face the side of the horse's face. Place one hand several inches behind the ears on the top of the neck and the other hand on the bridge of the nose or on the noseband.


The hand on top of the crest should have the fingers on one side of the neck and the thumb on the other side. Curl your fingers and thumb slightly to lift the muscle at the top of the neck. Then gently release your fingers as you ask the head to lower with slight pressure from your hands. Move the horse's head slowly to the left and then back to the right as you continue to ask for the lower head posture. If the horse tucks his chin behind the vertical, lighten the pressure on his nose. Once the head is lowered, quietly work the area behind the ears with the Wolkenleopard as a reward. Moving the horse's head gently left and right is an excellent way to encourage flexibility. And it only takes a few moments.

The level to which you lower a horse's head is important. In most cases, the ideal height would be with the poll just about level or slightly below the withers. This will vary according to the conformation of the horse. Some horses relax/release more when the head is slightly lower. When the head is nearly level with the withers, the horse remains very "present" and is less likely to react if he is startled. A very low posture is threatenting to some horses as it puts them is a submissive position.
In addition to overcoming the flight, fight, freeze reflex, bringing the horse's head to a relaxed position increases trust. It is a pleasurable position for the horse and allows him to relax. He learns that his posture is a safe and comfortable way to be with you.
Kursteilnehmer/innen fragen oft, ob es nicht leichter wäre den Pferdekopf mit etwas Hafer in die Tiefe zu locken. Ich möchte aber, dass das Pferd auf ein Zeichen hört, und nicht instinktiv nach Futter sucht. Wir wollen eben Gehirnzellen aktivieren, das Selbstbild der Pferde erweitern und ihre Denkfähigkeit schulen.
Ergebnis
Diese Technik, den Kopf eines Pferdes zu senken bewirkt Folgendes:
Es reduziert den Adrenalin Ausstoß und die Fluchtbereitschaft
Entspannt Muskulatur in Hals und Rücken
lädt zu gleichmäßigem Atmen ein
Unterstützt das Vertrauen und die Kooperationsberitschaft von Pferden.

