Ohrenarbeit

Die Ohrenarbeit ist einer unsere wichtigsten und effektivsten TTouches. Wie es geht und wofür man es nutzen kann erläuter ich im folgenen Artikel

Technik

Das Halfter sanft auf der diagonalen Seite des Ohres fassen zur Unterstützung der Stabilität des Kopfes. Wir streichen von der Ohrbasis Richtung Ohrspitze. Wir drücken das Ohr beim Streichen leicht zusammen und bauen etwas Zug nach außen auf. An der Reaktion des Pferdes ist zu erkennen wann der Druck oder Zug richtig ist. Die Geschwindigkeit variiert nach Indikation. Wir lassen das Ohr in sich gerade, ändern aber die Richtung. D.h. mal in Richtung gespitztes Ohr, in Richtung angelegte Ohren oder zur Seite. Liegt die Hand hierbei von oben auf dem Ohr, kann ein sanfter Druck das Ohr auch in eine nahezu waagerechte Richtung bringen und leicht nach außen ziehen. Das Ohr wird erst von außen umfasst, später gleitet der Daumen auch innen entlang.

 

 

 

 

 

 

 

Kreisttouches sind möglich. Wechselt man zu dem andern Ohr, wechselt man auch die Hände. Beim Ausstreichen des Ohres, triften beiden Hände diagonal auseinander.

Anwendungsbereiche und Wirkung

Berührungsangst: Manche Pferde möchten nicht am Ohr angefasst werden. Beim Aufhalftern oder Auftrensen, andere wenn das Ohr gehalten wird. Mögliche Ursachen: schlechten Erfahrungen als Fohlen, zu enge Stirnriemen, schmerzhaften Ohrerkrankungen. Zum Vertrauensaufbau arbeiten wir die Ohren langsam und sachte.
                 
Als Vorbereitung helfen Kreisttouches, die sich dem Ohr nähern und das Ausstreichen der Stirnhaare.

 

 

 

 

 

 

 

Kolik und Kreislauferkrankungen

Am Ohr und an der Ohrbasis gibt es viele Akupunkturpunkte. Darum kann man sagen: Arbeitet man das Ohr, arbeitet man das ganze Pferd.             

Für Kolik und Kreislauferkrankung ist der an der Ohrbasis verlaufenden Dreifachen Erwärmers (Atmung / Verdauung) ebenso wichtig wie der Kreislauf- oder Schockpunkt an der Ohrspitze. Sie werden bei jedem Streichen einbezogen. Außerdem wirkt Ohrenarbeit schmerzlindernd. Bei Kolik / Kreislaufschwäche sind die Striche schnelll und etwas kräftiger. Auch Pferde die sich sonst nicht an den Ohren anfassen lassen, erlauben es bei einer Kolik. Ist eine OP notwendig, stabilisiert die Ohrenarbeit den Kreislauf für die Fahrt.

Stress

Befindet sich das Pferd in einer Stresssituation: Tierarztbehandlung, Hufschmied, Verladen oder Turnier, kann die langsame Ohrenarbeit beruhigend eingesetzt werden. Bitte in einer stressfreien Situation üben, damit das Pferd sie kennt.

Genickprobleme

Durch die streichende, leicht ziehende Einwirkung am Ohr werden Muskeln am Genick oder Kiefergelenk angesprochen. Sie können sich lockern und beweglicher werden. Langsame Striche mit Achtsamkeit auf einem sanften Zug in verschiedenen Richtungen.

Verhaltensprobleme

Mit der Ohrstellung signalisiert das Pferd seinen Gemütszustand. Manche Pferde haben eine bestimmte Ohrstellung aus Gewohnheit, was bedeutet: Es fällt ihnen schwer aus dem psychischen Zustand heraus zu kommen. Zeigen wir dem Pferd die Möglichkeiten seiner Ohrstellung entwickelt sich auch eine flexiblere Lebenseinstellung. In der Herde und im Umgang mit Menschen zeigt sich ein freundlicheres und offeneres Wesen. Aufwärmen Im Winter oder bei Pferden in Boxenhaltung wirkt etwas schnellere Ohrenarbeit anregend. Es aktivieren die Organe und fördern die Durchblutung. Erholung Im Leistungssport unterstützt die Ohrenarbeit den Erholungs- bzw. Erfrischungsprozess. Z.B. Distanzritte oder Turniere. Bei Mehrtagesveranstaltungen abends langsam bringt das Pferd für die Nacht in eine gute Ruhe und morgens um es zu aktivieren und frisch zu machen. Auch hier macht das Tempo den unterschiedlichen Effekt.

Ohrarbeit am Hund

Bei der Ohrarbeit arbeite ich abwechselnd mit beiden Händen. Dabei liegt die Hand, die nicht am Ohr ist auf der gegenüberliegenden Seite stützend am Kopf des Hundes. Dann beginne ich mit der Hand, die am Ohr ist langsam aber gleichmäßig das Ohr von der Ohrmuschel bis zur Ohrspitze auszustreichen. Dabei liegt der Daumen oben auf dem Ohr auf.

Ich achte aufgrund der vielen Akupunkturpunkte auf dem Ohr sehr darauf, das ganze Ohr zu bearbeiten. Meist arbeite ich mich von einer Seite, über die Mitte zur anderen Seite vor.

 Wenn ich möchte, dass der Ohr TTouch belebend wirkt, streiche ich die Ohren kräftiger (ca. Druckstärke 4), aber vor allem gleichmäßig und zügig aus.

 Möchte ich, dass der Ohr TTouch eine beruhigende Wirkung hat streiche ich die Ohren recht sanft aus (Druck 1-2) und kombiniere das Ausstreichen mit 1 ¼ Kreisen, die ich auf dem Ohr ausführe.

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