Das Rollerbit

oder auch "LTJ - Trainingsgebiß"

(© Bibi Degn)

Das Rollerbit mit dem Kupferröllchen - für viele Westernreiter ist es eine ganz normale Westernstange. Doch mit zwei Paar Zügeln und Nasenriemen  ausgerüstet und mit dem Verständnis von TTEAM angewandt, wird es zum "LTJ-Trainingsgebiss" und hilft in den verschiedensten Fällen von reiterlichen und Verhaltensproblemen.

Ein LTJ-Trainingsgebiss - warum?

 Marah trägt es, weil sie die Tendenz hat, sich im ganzen Körper, auch im Hals, zusammenzuschrauben, immer kürzer und dabei auch immer schneller zu werden. Das LTJ-Trainingsgebiss verführt sie dazu, ihren Hals zu dehnen, ihren Rücken zu heben, sich in der Folge auch ruhiger zu bewegen. Elzi trägt das LTJ-Trainingsgebiss, weil sie rassetypisch zu einer hohen Kopfhaltung neigt, mit dem LTJ-Trainingsgebiss dehnt sie ihren Hals nach vorne unten, ist wesentlich beweglicher im Rücken und tritt mit der Hinterhand besser unter.

 Paux trug das LTJ-Trainingsgebiss, weil sie im Gelände verspielt "herumhopste" und dadurch ihren Reiter manchmal in Schwierigkeiten brachte. Das LTJ-Trainingsgebiss am langen Zügel geritten, brachte sofort Taktreinheit und mehr Konzentration in die Ausritte. Douzie ist ein flaches Pferd mit keiner natürlichen Aufrichtung, das LTJ-Trainingsgebiss gibt seiner Oberlinie und seiner Bewegung mehr Schwung. Ein behinderter Reiter fragte Linda um Rat: sein Pferd nutzte die Behinderung aus und zog ihm immer die Zügel aus der Hand. Ein dankbarer Brief bestätigte: das LTJ-Trainingsgebiss war der richtige Tipp. Probieren Sie das LTJ-Trainingsgebiss aus, wenn Ihr Pferd scheut oder buckelt. Es hilft oft, wenn Pferde einen Hirschhals haben, hart im Maul sind oder die Vorhand überlasten. Wenn Ihr Pferd Hals und/oder Rücken festhält, sollten Sie es ebenfalls damit versuchen.

Wenn Sie das Gebiss bekommen, müssen Sie es zusammenbauen (siehe Abbildung auf der Rückseite): In die obere Aufhängung kommt die Verschnallung an dem (normalen Trensen-) Kopfstück, und hier wird auch die Kinnkette befestigt. In die schlitzförmige Ausnehmung auf der Ebene des Mundstücks kommt ein Paar Zügel (nicht breiter als 1.5 cm), in die runden Löcher am unteren Ende der Anzüge kommt das zweite Zügelpaar, das schmaler (etwa einen Zentimeter) und etwas länger als der obere Zügel sein sollte.

 Das LTJ-Trainingsgebiß kann auch nur mit dem oberen Zügel benutzt werden. Sie werden feststellen, dass viele Pferde runder gehen und mit dem Kopf tiefer kommen. Das Gewicht des unteren Zügels, ohne ihn anzunehmen, unterstützt diese Wirkung.

Manchmal kann man Westernpferde sehen, die nur am unteren Zügel geritten werden. Dazu bedarf es einer sorgsamen Ausbildung des Pferdes.

DAS AUFTRENSEN

 Nun zäumen Sie Ihr Pferd auf. Das Gebiss liegt so im Maul, dass im Maulwinkel eine Falte entsteht. Diese Aufhängung drückt oft gegen das Gesicht der Pferde und muss dann geweitet werden. Am besten klemmt man diese Aufhänge-Bügel einzeln in den Schraubstock und biegt sie gefühlvoll nach außen.

 Schließen Sie den Nasenriemen. Es ist empfehlenswert, das LTJ-Trainingsgebiss mit Nasenriemen zu benutzen, vor allem, wenn Sie auch den unteren Zügel verwenden, um dem Pferd eine Begrenzung zu geben. Nehmen Sie einen Nasenriemen, der etwa zwei Finger breit unter dem Wangenknochen liegt.

 Schließen Sie nun die Kinnkette. Deren Länge erlaubt es, Anzüge bis in einen Winkel von 45 Grad zur Maulspalte zu bringen. Wenn die Kinnkette zu lose verschnallt ist und Sie die unteren Zügel annehmen, drückt die Zungenfreiheit des Gebisses gegen den Gaumen. Ist die Kinnkette zu eng, kommt das Gebiss zu hart zur Wirkung, und die Pferde wehren sich.

 Lassen Sie Ihr Pferd das erste Mal das LTJ-Trainingsgebiss fünf Minuten lang tragen und stellen Sie, bevor Sie aufsteigen, sicher, dass es das Gebiss versteht. In vielen Fällen werden Sie eine Veränderung der Balance des Pferdes feststellen, eine andere Selbsthaltung, bevor sie die Zügel in die Hand nehmen.

DER ERSTE RITT

Wenn Sie nun reiten wollen, benutzen Sie zunächst hauptsächlich den oberen Zügel. Wenn Ihr Pferd pullt oder sich auf das Gebiss legt, nehmen Sie beide Zügel zu gleichen Teilen mit annehmenden-nachgebenden Hilfen. Verwenden Sie dieses Gebiss nicht, wenn Sie gewohnt sind, Ihr Pferd mit dem Becken in die Hand zu schieben, und reiten Sie es nicht mit einer geschlossenen durchhaltenden Faust. Verwenden Sie in diesem Fall ein LTJ-Trainingsgebiss nur unter Aufsicht, denn Gewohnheiten lassen sich nicht so schnell umstellen. Pferde, die im LTJ-Trainingsgebiss mit geschlossener oder rückwärtswirkender Hand geritten werden, gehen meist mit der Nase hinter die Senkrechte, sperren das Maul auf oder versuchen, in die Anzüge zu beißen.

LEICHTE SIGNALE

Wenn Ihr Pferd auf ein leichtes Signal mit dem unteren Zügel rund wird, lassen Sie (vor allem den unteren Zügel) locker, führen Sie es mit der Hand vor. Halten Sie Ihre Hand nicht in einer festen Faust, sondern benutzen Sie die feine Kontrolle aus den Fingergelenken einer leicht geöffneten Hand. Nach meiner Erfahrung ist das LTJ-Trainingsgebiss auch ausgezeichnet geeignet, um die Reiterhand zu erziehen, da die Pferde so fein darauf reagieren, und dem Reiter den Weg zu einer feinen Hand weisen.