- Die Tellington-Methode
- Die Methode ruht für Pferde auf vier Grundpfeilern:
- Tellington-Methode zum körperlichen Ausgleich für Therapie-Pferde
- Tellington-Methode als Grundlage der Ausbildung
- Angie-Kurse, ein didaktisches Modell der Begegnung von Kindern und Tieren in der Tellington-Methode
- „Animal Ambassadors“, das Konzept tiergestützter Pädagogik
- Möglichkeiten der Aus- und Fortbildung
Die Tellington-Methode
ist ein körperorientiertes Verfahren für Tiere. Dieser Methode kommt in verschiedenen Bereichen des therapeutischen Reitens und der tiergestützten Therpaie ein hoher Wert zu, da sie sowohl auf die Tiere als auch auf die Menschen, die sich dieser Methode bedienen, einen heilsamen Effekt ausübt.
Die Urherberin der Methode, Linda Tellington-Jones ist besonders in der Pferdewelt bekannt. Schon vor dreißig Jahren schuf sie eine Methode, die heute als sehr fortschrittlich und zeitgerecht zu beurteilen ist: Die Methode ist körperorientiert, ganzheitlich und kompromisslos gewaltfrei. Das bedeutet sie eignet sich ganz besonders für die Arbeit mit Kindern und Jugendlichen, da sie konsequent Achtung und Rücksicht auf Tiere und Menschen vertritt.
Der körpertherpaeutischen Ansatz ist der Tellington TTouch, eine leicht zu erlernendes System von qualitätsvollen Berührungen.
Die Methode ruht für Pferde auf vier Grundpfeilern:
1) die Arbeit mit „dem Selbst“
Die Tellington Methode trägt der Tatsache Rechnung, dass Pferde nicht nur die Stimmungen und Gedanken der Menschen wahrzunehmen scheinen, die mit ihnen arbeiten, sondern auch Haltungs- und Spannungsmuster. Klare positive gedankliche Bilder und ein sehr genaues Hinschauen auf den Körper des Menschen während der Arbeit unterstützen den Erfolg, die Webcam Gemeinsamkeit und Harmonie in der Arbeit weil dann die gewählten Signale und Zeichen mit der analogen direkten Kommunikation übereinstimmen.
2) Der TTouch
Techniken, die man auch als „manuelle Therapie für Tiere“ bezeichnen könnte, sind für Körperarbeit-Laien und für Menschen mit Beinträchtigungen erlernbar. Der Tellington TTouch verbessert das Körperbewußtsein der Pferde. Und verhilft in der Folge zu einem gestärkten Selbstbewusstsein. Die Tiere entspannen sich und die Körperarbeit schafft sofort ein Miteinander von Mensch und Tier.
3) Die Bodenarbeit
Für Pferde und Hunde ergänzt man den Tellington TTouch durch das spezielle Führtraining durch einfach Hindernisse. Diese Bodenarbeit verbessert die Eigenwahrnehmung, schult die Balance und stimmt Kommunikation und Kooperation zwischen Mensch und Tier sehr fein ab.
Auch im Reitunterricht steht Körperwahrnehmung der Reiter, sowie die Eigenwahrnehmung des Pferdes hoch oben auf der Liste der anzustrebenden Ziele. Leichtigkeit, Balance und Kooperation sind die Zielsetzung. In der Ausbildung von jungen Pferden und in der Korrektur bietet die Methode eine Vielfalt von Schritten und Zwischenschritten, um den Pferden verständlich zu machen, was der Mensch anstrebt, oder für die Menschen die Lernschritte in unterschiedlichen Schwierigkeitsgraden bereit zu stellen.
Tellington-Methode zum körperlichen Ausgleich für Therapie-Pferde
Pferde in der therapeutischen Arbeit leisten viel. Es ist mir immer eine Freude, ein Therapie-Pferd in einem meiner Kurse der Tellington-Methode zu begrüßen. Viele von ihnen sind ausgeprägte Persönlichkeiten, die ausstrahlen, dass sie ihren Platz in der Gesellschaft gefunden haben und stolz den ausfüllen. Einige von ihnen tragen, bedingt durch ihre Arbeit, körperlichen Stress in sich, und tragen den meist mit viel Fassung und Selbstdisziplin.
Der Tellington TTouch und die Bodenarbeit bieten Möglichkeiten, für unsere arbeitenden vierbeinigen Freunde einen Ausgleich zu schaffen. Die Körperarbeit ist entspannend. Schmerzen können gelindert werden. Durch den engeren Kontakt entdeckt der Tierhalter Unbehagen bevor es sich zu Problemen ausweitet. Die beteiligten Menschen finden die Möglichkeit, Dankbarkeit und Anerkennung auszudrücken.
Tellington-Methode als Grundlage der Ausbildung
Der „Gehorsam“ in TT, TP und TF
Alle von uns, die tiergestützt arbeiten, müssen ihren eigenen Weg finden zwischen den Extremen eines verwöhnten intoleranten Lieblingstieres und einem 100 %ig funktionierenden vierbeinigen Mitarbeiter. Die Hundeausbilder sind einen Schritt weiter, als die Pferdeausbilder im zwanglosen erfolgreichen Ausbilden von Tieren. In der Ausbildung der Pferde ist es noch sehr selbstverständlich, dass es auch mal wehtut, wenn das Pferd nicht tut, was von ihm erwartet wird. Der Einsatz gezielter und in timing und Stärke adäquaten negativen Reizen wird in der Pferdewelt akzeptiert – sei es der Einsatz von Stress/Angst vor dem Getriebenwerden in der Freiarbeit oder der Einsatz von Hilfsmitteln, die Pferde gefügig machen, wie Sporen, Gebisse, Ketten, und Gerten. Man geht davon aus, dass das große Tier Pferd seine körperliche Überlegenheit ausnützen würde, wenn man derlei Hilfsmittel aus dem Spiel lässt. Schwierig wird es nun in der Arbeit mit Kindern oder Erwachsenen, denen man Respekt gegenüber dem Tier als Teil des sozialen Lernens vermitteln will. Hier ist ein kurzer Schlag mit der Peitsche nicht das, was den Therapeuten oder Pädagogen glaubwürdig macht. Außerdem sind unsere Schüler/innen und Klient/innen meist nicht in der Lage, gegenüber dem Pferd „dominant“ aufzutreten, ihre Wünsche durchzusetzen.
In den langen Jahren der Praxis der Tellington Methode mit Pferden hat sich ein Weg herauskristallisiert, der auf negative Reize verzichten kann. Umwege und Zwischenschritte in der Schulung des Pferdes, die Möglichkeiten, eine innige positive Beziehung herzustellen durch die Körperarbeit, die Zusammenarbeit zweier Menschen an einem Pferd machen es möglich, tatsächlich ohne den Einsatz von Stress und Schmerz zu arbeiten.
Das Thema „Dominanz“ stellt sich in der Tellington-Methode nicht primär. Eine Schulung der Führungseigenschaften der Menschen findet allmählich im Austausch mit dem Pferd, sozusagen unter Anleitung des Pferdes, statt. Dadurch, dass die Pferde keine dominierende Grundhaltung erfahren, fragen sie interessanterweise auch weniger nach, wer nun „das Sagen hat“, die Kooperation und die Kommunikation miteinander rückt in den Vordergrund. Das wiederum macht sich mehr als bezahlt, spätestens dann, wenn die Tiere im Kontakt mit Kindern oder zu Therapierenden sind, die keine Stärke ausspielen, sondern oft dankbar das Verantwortungsgefühl und die Führung eines Pferdes annehmen.
Die Tellington-Methode als Kommunikationsmittel zwischen den Arten
In der TT, TP, TF , wie im therapeutischen Reiten spielt die „Freie Begegnung“ eine große Rolle. Die Tellington-Methode bietet weitere Möglichkeiten durch die Techniken, die helfen, dem Pferd zu begegnen.
Kontaktmöglichkeiten mit dem Pferd sind das Putzen, das Reiten, das Führen und das beim Pferd oft weniger beliebte „Knuddeln“, das wir auch aus Sicherheitsgründen manchmal beschränken müssen.
In der Tellington-Methode haben Sie ergänzend folgende Möglichkeiten:
Der TTouch bietet eine Vielzahl von Techniken, einem Pferd auf der körperlichen Eben zu begegnen. Beim Ausführen der Techniken lernt man, sehr detailliert auf die Körpersprache und Mimik des Pferdes zu achten. Es entsteht ein Austausch zwischen den Rückmeldungen des Tieres und den angewandten Techniken und Variationen. Menschen lernen dabei die Feinheiten des Ausdruckes von Tieren zu beachten und sich davon leiten zu lassen. Soziales Lernen findet statt, das in Kindergruppen ganz von alleine auf die Kommunikation zwischen den Kids übertragen wird.
Die Bodenarbeit bietet eine Vielzahl von Techniken an, die den Austausch zwischen Pferd und Mensch möglich machen. In diesen Führpositionen lernen wir, wie die Kinder und Klient/innen einen respektvollen Zugang unter Beachtung einer klaren Zielsetzung. Wir lernen, Rücksicht zu nehmen. Wir üben aber auch klare Zielvorstellungen zu formulieren und bei Beachtung der nötigen Rücksicht und Achtsamkeit dem Pferd gegenüber (üben von Empathie) durch eindeutige Kommunikation dahin zu kommen, wohin wir wollen (Kongruenz, Prägnanz und Expressivität). Die körperlichen Gegebenheiten des Pferdes werden berücksichtigt, seine individuellen Möglichkeiten und Blockaden werden wahrgenommen, seinen Vorlieben und Abneigungen wird Rechnung getragen, über kleine Schritte in die richtige Richtung freut man sich gemeinsam (assertives Verhalten) - gemeinsam und schnell kommen wir an das angestrebte Ziel. Die Stimmung dabei ist getragen von Liebe, Respekt und Anerkennung der Leistung aller Beteiligten.
Ob wir diese Qualitäten in der Arbeit mit einem Pferd nun vorleben und/oder die Kinder und Erwachsenen in unserem Einfluss selbst dahingehen beeinflussen –es führt stets zu dem Ziel einer liebevollen Herzensverbindung zwischen dem Tier und den Menschen, ohne dass man „Moralpredigten“ halten muss.
Angie-Kurse, ein didaktisches Modell der Begegnung von Kindern und Tieren in der Tellington-Methode
„Angie“ ist der Name für das geflügelte Pferd, den Schutzengel der Tiere. Unter der „Schirmherrschaft“ von Angie lernen Kinder und Jugendliche in Kursen den Zugang zu ihren Tieren – im Fall der Kurse mit Pferden über artgerechte und sachgemäße Haltung, den fairen Umgang und das pferdefreundliche Reiten. Es gibt Angie-Kurse in fünf aufeinander aufbauenden Schwierigkeitsstufen. Die oben geschilderten Eigenheiten der Methode führen dazu, dass, während die Jugendlichen sich mit den Techniken für ihre Pferde auseinandersetzen, soziales Lernen und Persönlichkeitsbildung passiert. Das äußert sich in einer überaus harmonischen und umsichtigen Grundstimmung in diesen Kindergruppen und in den positiven Rückmeldungen der Eltern nach diesen Kursen.
Unterrichtet werden Angie-Kurse von Lehrern der Tellington-Methode1 und von Erwachsenen, die an einer mehrtägigen Schulung in den Techniken und dem besonderen pädagogischen Zugang teilgenommen haben. Pädagogische Schwerpunkte sind schülerzentriertes Lernen und die Erziehung zur Handlungskompetenz. Die Arbeit ist konsequent ressourcen-orientiert, ein Zugang, der vor allem therapie-müden Kindern und auch Erwachsenen zugutekommt.
„Animal Ambassadors“, das Konzept tiergestützter Pädagogik
Kinder und Jugendliche übernehmen als Botschafter der Tiere Verantwortung für das Wohlergehen von Tieren. Mit ihren Aktivitäten und Angeboten unterschiedlicher Art unterstützen Erwachsene die Jugendlichen in ihrem Engagement für Tiere. Zu diesem Zweck ist „Animal Ambassadors“ als gemeinnütziger Verein organisiert. Die Tellington-Methode mit den ihr innewohnenden pädagogischen und therapeutischen Qualitäten spielt eine tragende Rolle in den Aktivitäten.
Möglichkeiten der Aus- und Fortbildung
Bücher, Videos, DVDs sind das niederschwelligste Angebot zum Kennenlernen der Methode. Viele Lehrer (Practitioner) bieten Einzelstunden oder Kurse an. Die Ausbildung zum Lehrer der Tellington-Methode bietet eine umfassende Schulung der Techniken. Informationen finden Sie unter www.tteam.de
