Übersicht über Führtechniken beim Hund

Die Brieftaube

Hierfür sollte der Hund ein Brustgeschirr und ein Halsband tragen. 2 Personen führen.

Eine Person befestigt ihre Leine an Halsband und Geschirr. Damit zwei unterschiedliche Führpunkte entstehen, schlingt die zweite Person ihre Leine durch das Halsband.

Normalerweise hat ein Halsband nur eine Öse. Werden die Karabiner von beiden Personen an einer Öse befestigt, kann der Hund keine unterschiedlichen Signale erhalten.

Die beiden Personen bewegen sich beim Führen wie die Flügelspitzen eines Flugzeugs. Der Hund ist in diesem Fall der Flugzeugrumpf. Beide Personen sollten dem Hund genügend Platz lassen, um ihn nicht einzuengen. Eine Person übernimmt das Kommando, die zweite Person begleitet und gibt dem Hund nur bei Richtungswechsel in deren Richtung, ein Signal durch leichtes Annehmen oder Ausstreichen der Leine.

Diese Führposition ist für Hunde geeignet,

  • die sich sehr eng an ihren Halter anlehnen, um sie auf Abstand zu halten
  • die sich vom Halter weg in die Leine hängen
  • die unsicher oder ängstlich sind

Die Balanceleine

Hierfür werden nur ein Halsband und eine Leine benötigt.

Wenn kein Brustgeschirr vorhanden ist, kann über das Anlegen einer Balanceleine ein ähnlicher Effekt erzielt werden, wie bei der Zweipunktführung.

Eine zwei bis drei Meter lange Leine wird am Halsband befestigt. Mit der Leine wird eine Schlinge gebildet und vor die Brust des Hundes gelegt (Bild 1).

Damit die Schlinge nicht verrutscht, lässt man den Hund mit dem äußeren Bein, vom Führenden aus betrachtet, über die Schlinge steigen (Bild 2). Zusätzlich kann die restliche Leine noch durch das Halsband gefädelt und damit geführt werden (Bild 3).

    Bild 1                                                                 Bild2                                                              Bild3

   

Die Wäscheleine

Dafür wird ein 7 Meter langes, rundes Nylonseil benötigt und der Hund muss ein Geschirr tragen. Das Nylonseil wird durch die Öse im Geschirr gefädelt. 2 Personen führen.

Jede Person erhält ein Ende des Seils. Das Seil sollte dünner als die Öse sein, um ein ungehindertes Durchgleiten zu ermöglichen. Auch hier sollten der Hund und die Personen wieder die „Flugzeugposition“ (siehe: Die Brieftaube) einnehmen. Mit dieser Führmethode ist kein exaktes Führen des Hundes möglich. Der Hund kann zwischen den Menschen den Abstand beliebig verändern.

Es kann zur Vorbereitung auf das Führen in Brieftaube genutzt werden, damit der Halter seine Führposition ausprobieren kann, ohne dem Hund zu schaden.

Für Hunde, die zum Beispiel nach einer Verletzung gerade erst wieder anfangen, ihre Gliedmaßen zu belasten, ist es eine sehr schöne Methode, sie nach ihren Möglichkeiten zu führen ohne sie zu überfordern.

Hundehalter, die sich den Leinenruck angewöhnt haben, können mit dieser Methode abgefedert werden. Ängstlichen Hunden erleichtert es die Mitarbeit, weil sie nicht eingeengt werden.

  

Die Zweipunktführung

Für die Zweipunktführung benötigt man ein Brustgeschirr, ein Halsband und eine Leine mit zwei Karabinern (an jedem Ende ein Karabiner)

Ein Karabiner wird am Halsband befestigt, der zweite am Geschirr. Die Leine wird in beide Hände genommen, um jeweils unterschiedliche Impulse geben zu können. Im Idealfall kommt die Leine am Geschirr nur zum Einsatz, wenn der Hund stehen bleiben soll. Das Ende am Halsband sollte nur für Richtungsänderungen benutzt werden.

Diese Führung hilft dem Hund, in seiner Balance zu bleiben, sich auf seinen Körper zu konzentrieren und neben seinem Halter zu gehen.

Der Halter kann durch diese Führmethode auf Schulterhöhe mit dem Hund gehen und dadurch seine Richtungswechsel oder Stops schon durch seine eigene Körperhaltung anzeigen.

Hunde die stark an der Leine ziehen, können mit abwechselnden Signalen (leichter Zug) an Halsband und Geschirr, leichter wieder in Balance gebracht werden.

Varianten dieser Führtechnik:

  • Halti und Geschirr
  • Halti und Halsband (nur für Hunde geeignet, die nicht an der Leine ziehen)
  • Geschirr, das mit einem Ring an der Brust und einem Ring auf dem Rücken ausgestattet ist

Warum wird die Zweipunktführung bei der Bodenarbeit bevorzugt?

Das Führen nur mit Halsband bringt sehr viel Druck in den Halsbereich. Der Hund muss seine Hals- und Brustmuskulatur anspannen, um den Druck auszugleichen. Ständiges Anspannen führt zu Verspannungen und Schmerzen und wirkt sich oft auf das Verhalten der Hunde aus.

Das Führen nur mit Geschirr ist in der Regel viel besser für die Hals- und Brustmuskulatur. Soll der Hund jedoch Biegungen gehen, sieht man oft bei kleinen Hunden, wie sie regelrecht von den Füßen gerissen werden. Bei Problemen an den Gliedmaßen kann dies sehr schmerzhaft sein.

Ein Benutzer hat die Verantwortung für diesen Artikel übernommen.
Der Artikel kann deswegen nicht bearbeitet werden. Verantwortlicher Benutzer:Ursel