Ausbildung heranwachsender Pferde Auf manchen Gestüten gilt grundsätzlich, Fohlen nicht mehr als nötig anzufasen. Andere empfehlen das Anlongieren mit sieben Monaten. Was ist richtig? Die Antwort auf diese Frage ist nicht für alle Fohlen gleich, da sie unterschiedlich im Charakter und Temperament sind. Große Gestüte haben nicht die Zeit für Dinge die für den privaten Pferdehalter eine wunderbare Beschäftigung sind. Ich beschriebe nun, was meiner Meinung nach absolut notwendig sind, aber auch Beschäftigungen, die dem Jungpferd helfen ein gutes Reitpferd zu werden, aber nicht zwingend notwendig sind.
Fohlen (0-6 Monate)
Die ersten Lebensstunden eines Fohlens gehören der Mutter. Doch schon in den nächsten Tagen beginne ich das Fohlen anzufassen.
Manche Fohlen fürchten sich vor Menschen andere lieben ihn. Einfach so, von der ersten Minute an. Nun gilt es die Ängstlichen mit TTouch von meiner Freundlichkeit zu überzeugen.
Erst nur mit einer Hand beginne ich über Lama-TTouches bis zum Wolkenleopard Freundschaft aufzubauen. Nicht immer können Fohlen frei neben ihrer Mutter laufen wenn sie den Standort wechseln, also beginnt gleich das Führen.
Wenig Streß für alle bietet das Körperseil: es klärt die Hilfen für Tempo und Richtung. Ich führe das Fohlen auf Flankenhöhe, wo es auch laufen würde, wenn Mutter und Kind zügig voran gingen. Die Mutter wird von jemand anderem geführt, der sie anhalten und zurück bringen kann, wenn das Fohlen desorientiert ist. Auch die tierärztliche Untersuchung ist mit dem Seil leicht zu bewältigen.
Die Seilacht hilft das Fohlen mit dem Führen am Halfter vertraut zu machen, was der nächste Schritt ist. Halfterführig sind viele vielleicht unvorhergesehenen Situationen gut zu meistern. Das Fohlen lernt mit etwas Maularbeit vertraut sein, damit es sich entwurmen und falls nötig untersuchen lässt. Ein Herumspielen am Maul fördert allerdings ein Knabbern am Menschen, das sich später auch in Beißen ändern kann. Die meisten Fohlen probieren das Geknabber nur kurz, wenn sie beim Fellkraulen ihren Teil dazu tun wollen. Ein sanftes Wegschieben genügt dann. Füttern aus der Hand sollte ebenfalls vermieden werden.
Hufe geben
Wann ein Fohlen lernt Hufe zu geben, hängt von seiner Hufstellung ab. Ist es nicht extrem problematisch, kann man einige Wochen warten, Durchtrittigeit oderandere Fehlstellungen wachsen sich oft noch aus, und die Balance des Fohlens auf 3 Beinen wird etwas später leichter zu schulen sein.
Nach ca. 4 Wochen, davon ausgehend, dass das Fohlen Halfterführig ist, beginne ich in jedem Fall damit. Kurze Phasen leichter, spielerischer Beinkreise bereiten das Heben der Hufe vor. Anfangs nehme ich den Huf nur für Sekunden mit einer Hand, kreise leicht und stelle ihn ab bevor das Pferdchen seine Balance verliert. TTouches als Vorbereitung am Bein sind selbstverständlich. Wenige Minuten am Tag genügen für diesen Lernprozess. Es ist unverantwortlich einem Schmied ein ungeschultes Jungpferd zur Hufbarbeitung vorzuführen. Es ist nicht seine Aufgabe das Fohlen zu erziehen, und das Pferd ist extrem überfordert.
Unterwegs mit Mama
Die Halfterführigkeit des ca. 3 Monate alten Fohlens kann dann auch beim Ausritt genutzt werden. Hier kann das Fohlen auf gefährlichen Strecken (Straße) als Handpferd neben der Mutter geführt werden. 
Im Wald und auf freien Strecken ist freilaufen schöner. Das Fohlen lernt so in der Sicherheit der Mutter Fremdes kennen und unterschieldiches Geläuf schult seinen Bewegungsapparat. Auch später mit einem braven Pferd ist das Handpferdereiten eine willkommene Abwechslung.
Anbinden
Der nächste Schritt ist das Angebunden stehen. Mit „Tieger zähmen“ eine gefahrlose Angelegenheit. Die übliche Art, ein Fohlen anzubinden, sei es an der Mutter oder am Ring, führt oft zu Schwierigkeiten. LTJ fand heraus, dass viele Jungpferde davon u.a. Verletzungen im Genick davon tragen. Fazit: Im Alter von 0 – 6 Monaten lernt das Fohlen halfterführig zu sein, evtl. angebunden stehen, Hufe geben und sich im Maul anfassen zu lassen, aber nicht zu knabbern.
6 Monate bis Remonetenalter
In dieser Zeit lebt das heranwachsende Jungpferd idealerweise in einer möglichst großen Herde Gleichaltriger mit weitem Weidegeländen (Sommer) oder im Offenstall mit galoppfähiger Auslauffläche(Winter). So werden die Organe, der Bewegunsapparat und das Sozialverhalten trainiert. Eine gute Mineralversorgung, regelmäßige Entwurmung, Hufkontrolle und freundlicher Umgang mit dem Menschen sind wichtig. Wechseln die Jungpferde die Weiden, ist das eine gute Möglichkeit neben dem Führen auch das Fahren im Pferdeanhänger zu trainieren. Mit einem guten Freund im Anhänger von einer mageren Wiese auf eine frische gefahren zu werden, lässt jedes Jungpferd gerne einsteigen
Handpferdereiten ist ein wunderbares Training und macht Spaß.
Entsteht der Kontakt nur mit Druck beim Entwurmen oder der Hufbearbeitung sucht das Jungpferd den Menschen bald nicht mehr. Liebevoller Umgang ist hier grundlegend wichtig, dann erhält sich das aufgebaute Verhältnis, und die weitere Arbeit kann im Remontelater begonnen werden.
Vertrauen bilden mit Spaziergängen
Besteht die Möglichkeit, ist diese Zeit gleichzeitig wunderbar für Spaziergänge. Ob alleine oder mit einem Partner aus der Herde. Hier schule ich das Vertrauen des Pferdes in den Menschen.
Die Führpositionen können im Wald eingesetz werden um immer wieder spielerisch Koordination und Gleichgewicht zu schulen. Sei es um im Dingo über Baumstämme zu arbeiten, im Adler längere Strecken kontrolliert zu traben, mit der Kobra Wasserübergänge zu üben, oder im eleganten Elefanten an Straßen und größere Fahrzeuge entlang zu gehen. Das Absteichen mit der Gerte tut hier gute Dienste. Mal von rechts mal von links geführt, mit mehr oder weniger Abstand lernt das Jungpferd Selbstkontrolle, Selbstsicherheit und Gehorsam. Xenophon schreibt: „ Man muss den Reitknecht auch auftragen, das Fohlen durch dichtes Volksgetümmel zu führen und es zu den unterschiedlichsten und lärmenden Getöse hinzubringe, damit es sich dran gewöhnt. Wenn sich das Fohlen davor fürchtet, dann darf man es nicht mit harter, sondern mit sanfter Behandlung belehren, das es sich nicht zu fürchten braucht.“ 
Vorbereitende Labyrinth- oder Planearbeit zu Hause auf vertrautem Terrain wird die Situation beim Ausflug vereinfachen. Wir sind mit unseren Junghengsten auch zu Pferdesegnungen und Turniere gewandert. Sie fanden es spannend und lernten viel. Und die Leute fanden unsere Jungpferde auch immer schön anzusehen. In jedem Fall ist die Aufzucht in einer guten Jungpferdeherde ohne
Trainingsmöglichkeit der Auzucht ohne gleichaltrige Spielkameraden vorzuziehen. Auch erwachsene Hengste oder Wallache stehen gerne in Jungpferdeherden, sie alleine genügen aber nicht als Trainingspartner
4 jährig
Die meisten Pferde kann man 4 jährig bedenkenlos anreiten, manche brauchen 1 Jahr länger. Hier erst beginnt die muskuläre Anforderung ans Pferd. Bis jetzt haben wir uns mehr mit Intelligenz beschäftig. Das junge Pfed hat gelernt, nicht instinktiv, sondern angepasst zu reagieren, sein Gleichgewicht geschult und Vertrauen zum Mensch aufgebaut. Hat die Aufzucht ein Training nicht möglich gemacht, beginne ich nun mit TTEAM Bodenarbeit, Spaziergängen und Vertrauen- und Bewegunsgfördernden TTouches. Das körperliche Training lag bisher in den Händen des Tieres und seiner Herde. Einseitige Bewegung wie das Longieren kam nicht vor, im Gegenteil. Durch die TTEAM Arbeit und das Führen von beiden Seiten über versch. Hindernisse wurde eine gute Gleichseitigkeit des Pferdes herangebildet. So vorbereitet ist es ein leichtes für das junge Pferd einen balancierten, freundlichen Reiter zu tragen.
Es ist nie zu spät, aber leicht zu früh
Ein Pferd das zu früh trainert wird kann Sachden nehmen an seinem Skelett und in der Psyche, da es sich überfordert fühlt, wenn der Körper die Anforderung nicht aushält. Ein „zu spät“ gibt es nach meiner Erfahrung nicht. Ich habe Pferde im Alter von 12 Jahren angeritten, und es war immer leichter als bei den Jungen, selbst wenn sie schon in der Jungend schlechte Erfahrungen gemacht hatten. Auch ältere Hengste die als unreitbar galten sidn unproblematisch mit TTEAM. Die Sorge dass ein Pferd „zu stark“ wird um sich reiten zu lassen, haben wir bei unserer Arbeit nicht, denn wir koorperieren mit dem Pferd und unterdrücken es nicht. Darum ist ihre höhere Kraft auch ein Vorteil für uns. Sie ist nur dann ein Nachteil, wenn ich versuche stärker zu sein. TTEAM arbeite jedoch nicht mit Kraft, sondern mit Intelligenz und kann so die Kraft nutzen. Ein Leiter der Wiener Hofreitschule sagte zu seinen Schülern: „Du hast Zeit“ Und das gilt auch heute noch in Bezug auf körperliche Leistungsanforderungen für das junge Pferd. Das Fohlen lernt was nötig ist um sein Leben zu meistern. Halfterführigkeit beim Brenntermin macht einen guten Eindruck, Hufe geben ohne Streß freut auch euren Schmied. Vertrauen in den Menschen lässt den Tierarzt zu eurem Freund werden. Alles Weitere hat Zeit.
Der Artikel kann deswegen nicht bearbeitet werden. Verantwortlicher Benutzer:Anke Recktenwald
